Hintergrundinfo zu Grooveless

Fragen zu bestimmten Golfschlägern und deren Schwungarten
Gast
Beiträge: 631
Registriert: 17.12.2008, 08:56

Hintergrundinfo zu Grooveless

Beitragvon Gast » 11.04.2019, 09:17

Erfreulicherweise bin ich heute auf Ihrer Homepage gelandet und habe mit großem Interesse die Geschichte und Infos zu den Grooveless-Designs gelesen. Wirklich spannend, Ihr Konzept. Daß das Design polarisiert, würde ich erwarten, aber eigentlich sollte doch am Ende die Physik die Oberhand gewinnen...? ;-)

Wenn ich’s richtig verstehe, ist die glatte Oberfläche – entgegen der landläufigen Einschätzung – sehr wohl vorteilhaft. Allerdings wird die Oberfläche nicht lange wie neu bleiben, wie auch das Foto Ihres (extrem lang bespielten) Eisens zeigt. Aufrauhungen, Kratzer usw. sollten den vorteilhaften „Gleiteffekt“ schmälern – gibt es hier Daten oder Erfahrungswerte, in wie weit es derartige Auswirkungen gibt?

Ist vielleicht etwas „ketzerisch“ gefragt... aber wenn Grooveless die geschilderten Vorteile hat, warum baut keiner der Großen Grooveless nach? OK, der Gebrauchsmusterschutz ist schon ein Argument, aber der wirkt ja eigentlich nur für D einschränkend?

Verstehe ich’s richtig, daß die einzige hier in D erhältliche Marke mit Grooveless Ihre Eigenmarke „Bagger Vance“ ist? Oder sind z.B. auch Ihre Grand Golf, ProWinn o.a. in Grooveless verfügbar?

Ein etwas allgemeinerer Punkt noch: Hatte kürzlich auf YouTube nach Filmchen mit Hochgeschwindigkeitskameras geschaut, da mich die Verformungen bei Ballkontakt mit dem Golfschläger interessieren. Habe leider kaum brauchbares gefunden – haben Sie eventuell Tips/Links/Bilder?

Bin gespannt – mit freundlichem Gruß aus dem Taunus

Die Betreiber vom Golfhaus.de distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem durch Gast am 11.04.2019, 09:17 verfassten Beitrag.
Und berufen sich auf TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen, bitten wir um Benachrichtigung.

Benutzeravatar
Moderator
Moderator
Beiträge: 5384
Registriert: 16.01.2009, 10:46
Youtube: https://www.youtube.com/c/MarkenGolf
Kontaktdaten:

Re: Hintergrundinfo zu Grooveless

Beitragvon Moderator » 11.04.2019, 09:28

Danke für das Interesse.

Ob die Physik immer die Entscheidungsgrundlage für eine Produktentwicklung ist? Schön wär's. Es gibt nicht nur im Golfsport genügend Fallbeispiele, die die Entscheidung wider der Vernunft belegen. Als erstes fällt mir hier die Sicherheitsbindung bei Skier ein. Heute Stand der Technik und selbst für Laien ein klarer Fall (im Vergleich zur damaligen Drahtseilbindung mit diversen Knochenbrüchen). Der Erfinder konnte sich jedoch nicht durchsetzen, wurde seitens der Industrie ausgehungert und am Ende billig aufgekauft.

Gleitwert stimmt nicht ganz. Reibwert ist korrekt. Grooveless basiert auf Reibung, Grooves auf mechanische Verzahnung. Wird nun die glatte Oberfläche rauer, erhöht sich der Reibwert, was gut ist. Warum wir das nicht gleich von Anfang an machen? Weil die Rauheit seitens der USGA bei einem neuen Golfschläger limitiert ist. Die wissen also schon, dass die Reibung funktioniert und Vorteile bietet.

Warum wir die einzigen sind? Siehe erster Absatz. Verkauft wird, was leicht und ohne viel Erklärung verkauft werden kann. Sind alle Autos rot und man bietet ein blaues an, fällt dies zwar auf, aber man muss auch etwas erklären.

Grooveless haben wir für Bagger Vance reserviert, korrekt. Wegen der Highspeed-Aufnahmen muss ich erst suchen, da ist schon was da.

Mike
"Der Zweifel ist der Weisheit Anfang."
René Descartes (1596 - 1650),
Philosoph und Mathematiker

https://www.marken-golf.de
Unterwössen im Chiemgau

Die Betreiber vom Golfhaus.de distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem durch Moderator am 11.04.2019, 09:28 verfassten Beitrag.
Und berufen sich auf TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen, bitten wir um Benachrichtigung.

Gast
Beiträge: 631
Registriert: 17.12.2008, 08:56

Re: Hintergrundinfo zu Grooveless

Beitragvon Gast » 16.04.2019, 09:03

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Grooveless ist wirklich eine spannende Entwicklung!

Habe zwischenzeitlich auf Ihren Seiten einige interessante Diskussionen gelesen, warum und wie Grooveless den Spin generieren könnte, darunter auch etwas von einem „durchdrehenden Reifen“-Modell. Wenn ich die Reibung durch Grooves als Makroverzahnung betrachte und die Reibung auf der Grooveless-Fläche als Mikroverzahnung interpretiere, sollte diese prinzipiell nicht auch dem „Durchdrehen“ im Wege stehen?

Anders formuliert: Wie unterscheidet sich der Abschlag bzw. Ballkontakt eines nagelneuen spiegelblanken Grooveless-Schlägers von dem Ihres „gealterten“ Gebrauchtschlägers“?

Wie spezifiziert die USGA eigentlich die Rauhigkeit? Gilt das wirklich nur für Neuschläger – hatte auf Ihren Seiten ein Foto gesehen von einem „angefressenen“ Altschläger, der sehr (!) rauh sein dürfte – jedenfalls viel rauher, als die USGA erlaubt; darf das? Gibt es überhaupt einen „Messungsstandard“ dazu (Meßgerät, Größe Prüfspitze, Protokoll...)?

Mit freundlichen Grüßen nach Bayern

Die Betreiber vom Golfhaus.de distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem durch Gast am 16.04.2019, 09:03 verfassten Beitrag.
Und berufen sich auf TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen, bitten wir um Benachrichtigung.

Benutzeravatar
Moderator
Moderator
Beiträge: 5384
Registriert: 16.01.2009, 10:46
Youtube: https://www.youtube.com/c/MarkenGolf
Kontaktdaten:

Re: Hintergrundinfo zu Grooveless

Beitragvon Moderator » 16.04.2019, 09:11

Bei alt vs. neu in Sachen Grooveless kann ich persönlich keinen Unterschied feststellen. Wichtiger ist die saubere Schlagfläche ... jeder Ballkontakt hinterlässt einen Abrieb auf dem Schlägerblatt und wenn dieser zu dick wird, spüre zumindest ich eine Veränderung.

Die Messung der Rauheit ist bei der USGA im Regularienheft sehr genau beschrieben.

Inwieweit "angefressene" Gebrauchtschläger noch eine Turnierzulassung haben, ist eine sehr gute Frage. Geschmiedet Schläger sind ja oft hohl gespielt, Vorgabe ist jedoch eine plane Schlagfläche. Die Winkel der Grooves und deren Breite sind auch in einem engen Toleranzfenster, abgerundete Kanten (und damit Veränderung in Winkel und Breite) sind jedoch bei Schlägern mit Rillen nicht zu vermeiden. Einen offziellen text der USGA zu diesem Thema konnte ich noch nicht finden.

Mike
"Der Zweifel ist der Weisheit Anfang."
René Descartes (1596 - 1650),
Philosoph und Mathematiker

https://www.marken-golf.de
Unterwössen im Chiemgau

Die Betreiber vom Golfhaus.de distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem durch Moderator am 16.04.2019, 09:11 verfassten Beitrag.
Und berufen sich auf TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen, bitten wir um Benachrichtigung.


Zurück zu „Golfschläger: Holz, Eisen, Putter“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste