Schaftflex weich, mittel oder hart?

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Schaftflex weich, mittel oder hart?

Beitragvon Moderator » 25.01.2018, 19:59

Die Frage nach dem richtigen Schaftflex hören wir sehr oft und da heute die Frage mit vielen Mythen ausgeschmückt war, möchte ich etwas dazu schreiben, da ein falscher Schaftflex den Spieler schon sehr stressen kann.

Weicher ist weiter
Es gibt immer wieder Performancetests, bei denen auch Golflehrer überrascht sind, wenn ein weicher Flex mehr Schlagweite generiert als ein harter. Das gilt nicht für alle Schwünge, aber für 99% und vor allem für alle Schwünge, die ein gutes Timing aufweisen.

Der Grund ist u.a., dass der weiche Flex mehr Lag generiert. Gleiches Tempo plus mehr Lag = mehr Schlagweite.

Weicher streut mehr(?)
Dies ist schon der erste Mythos. Ein weicher Flex lässt den Schaft stärker arbeiten und damit bekommt das Thema "Schaft neutralisieren" eine gewichtige Bedeutung.

Alle Schäfte haben mindestens eine weiche und eine harte Seite, d.h. ihr Flex ist nicht in alle Richtungen gleichmässig. Die Bandbreite kann hier von L- bis S-Flex gehen, wohlgemerkt innerhalb eines Schaftes. Die Einbaulage ist also entscheidend für das Verhalten im Schwung.

So schwingt ein "schief" montierter Schaft:


Und so ein neutralisierter:


Es sind nun zwei Gegebenheiten:
1. ein unkontrolliert eingebauter Schaft eiert
2. ein weicher Schaft verstärkt das Eiern

Bei der industriellen Fertigung von Golfschlägern (= 99% aller Golfschläger am Markt) wird die Einbaulage nicht ausgemessen und selbst bei den handwerklichen Clubmakern ist diese Messung noch nicht Standard. Stattdessen werden vor allem teure Schäfte damit beworben, sie seinen absolut gleichmässig im Flex. Ich beweise jedem gerne das Gegenteil. Im Flex absolut gleichmässige Schäfte herzustellen ist technisch nicht machbar.

Ein weicher Flex verstärkt einen Fehler bei unkontrollierter Schaftmontage und schon ist der Mythos geboren. Wird die Flexlage dagegen ausgemessen und alle Schäfte entsprechend montiert, "verstärkt" sich die Schlagweite und nichts anderes.
Deshalb neutralisieren wir jeden Schaft, der bei uns eingebaut wird.

Ein schneller Golfschwung erfordert einen harten Schaftflex(?)
Mythos Nr. 2. Umgekehrt ist fast richtig: ein harter Flex erfordert einen mechanisch stabilen Schwung. Alle anderen profitieren von einem weichen Flex, da er im Auf- und Abschwung dem Körper mehr Feedback liefert. Ist man nicht der komplette Hacker, verfeinert sich dadurch das Timing und der Rhythmus ... die Konstanz steigt, die Schlagweite wird ausgereizt.

Weich ist wabblig(?)
Noch ein Mythos: Billigproduktionen, z.B. Fiberglasschäfte bei Discount-Golfschlägern, sind tatsächlich wabbelig, gute Graphiteschäfte sind davon weite entfernt, haben aber ihren eigenen Problemkreis. Stahlschäfte kann man sehr weich bauen (was wir auch anbieten) und diese sind in keinem Fall wabbelig. Positiv in Sachen weicher Flex ohne Wabbeln sind auch:
Bambusschäfte
Hickory-Tri-Matrix-Schäfte
Bi-Matrix-Schäfte

Die Schaftwahl und auch die Art der Montage sind also wichtige Faktore für einen harmonisch spielbaren Schlägersatz, egal, ob Eisen, Hölzer oder Driver.

Fazit
Ein weicher Schaftflex ist für die Mehrheit der Golfer vorteilhaft, sofern die Schäfte ausgemessen und lagerichtig montiert werden. Schlagweite und Konstanz verstärken sich und als Nebeneffekt wird auch noch der Körper geschont, vor allem Handgelenke, Ellbogen und Schultern.

Mike
"Der Zweifel ist der Weisheit Anfang."
René Descartes (1596 - 1650),
Philosoph und Mathematiker

http://www.marken-golf.de
Unterwössen im Chiemgau

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