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 Tipp-Sammlung: wie man einen Golfschläger baut Nächstes Thema anzeigen
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Moderator
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Anmeldedatum: 16.01.2009
Beiträge: 3020

BeitragVerfasst am: 27.01.2009, 09:56 Antworten mit ZitatNach oben

Hier sollte jeder seine Tipps und Anregungen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
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Slicer



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Beiträge: 85

BeitragVerfasst am: 27.01.2009, 15:53 Antworten mit ZitatNach oben

Ich fang mal mit den Schäften an. Vornehmlich für die Eisen und Hölzer.

Material:
es gibt Fiberglas, Graphite, Stahl sowie Mischungen daraus. Boron, Kevlar etc. ist immer wieder mal zu haben, aber ohne grosse Bedeutung am Markt, ebenso wie Titan oder Alu.

Lieferform:

Die Schäfte kommen in der Regel in Rohlängen von 39 bis 42 inch bei den Eisen und 43 bis 46 inch bei den Hölzern. Ein Inch entspricht im übrigen 2,54 cm.
Schäfte für die Eisen haben als Standard einen Durchmeser von ca. 9,5 mm (.370 inch) und die Hölzer ca. 8,5 mm (.335 inch), jeweils an der Spitze gemessen. Hybrids haben mal 9,5 und mal 8,5 mm Schaftaufnahme, ist etwas durcheinander. Daneben gibt es noch einige Sondergrössen. Dieser Tip-Bereich (die 8,5 oder 9,5 mmm Sektion) kann parallel sein (vorwiegend) oder auch konisch (Taper Tip). Bei konisch wird es komisch mit der Verarbeitung. Zur Vollständigkeit sei gesagt, dass es auch Schäfte satzweise sortiert gibt, womit wir bei der Weiterverabeitung sind.

Verarbeitung
Für jeden Schaft sollte es eine Schnittempfehlung seitens des Herstellers geben. Mit dem Tip-Cut wird letztlich der Flex des Schlägers bestimmt. Im Normalfall wird jede Eisen- und Holz-Nummer anders an der Spitze geschnitten.
Z.B. für Eisen 3 = 0,5 inch, für Eisen 4 = 1 inch, für Eisen 5 = 1,5 inch usw.
Mit diesem Schnitt kann wie gesagt der Flex bestimmt und auch abgeändert werden. Vor dem Abschneiden muss man aber wissen, was man damit anrichtet. Bei den satzweisen Schaftsets ist der Tip-Cut bereits gemacht, oft sind diese Schäfte auch frequenzselektiert.

Montage in den Schlägerkopf

Der Schaft muss mindestens 2,5 cm in den Schlägerkopf gesteckt werden können. Die komplette (spätere) Klebefläche muss am Schaft entlackt (Graphite) oder entchromt (Stahl) werden. Das eigentliche Material, z.B. die Graphitefasern, darf dabei keinesfalls beschädigt werden. Entlacken/entchromen erfolgt durch schleifen, schaben oder chemisch.

So, jetzt darf ein anderer weitermachen Wink
Die Sache mit Frequenzmessung, Deflectionboard, Spine etc. habe ich bewusst erstmal weggelassen.
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PIm



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Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: 28.01.2009, 15:26 Antworten mit ZitatNach oben

Dann mach ich mit den Köpfen weiter:

Gewicht
    Die Schlägerköpfe der Eisen sind im Gewicht unterschiedlich. Traditionell ist die Differenz von Kopf zu Kopf 7 gr, minimaler Trend zu 6 gr ist gegeben. Die Wedge sind am schwersten, die langen Eisen am leichtesten. Ein Eisen 7 hat in der Regel 267 gr ... Eisen 8 dann 274 gr .... Eisen 6 gleich 260 gr
    Wichtig ist die Differenz, nicht der absolute Wert. Es gibt Eisen 7 auch mit 265, 270 oder 272 gr
    Bei Über- oder Unterlänge sollte man das Gewicht nachziehen, was aber nicht problemlos möglich ist. Überlänge Schlägerkopf leichter, bei Unterlänge schwerer.


Winkel
    Damit sind Loft und Lie gemeint. Stimmen selten, sollten dies aber tun. Gemessen kann vor der Montage werden (damit man event. zu grosse Toleranzen gleich umtauscht), gebogen wird nach der Schaftmontage, sofern sich der Stahl biegen lässt.


Montage
    Geklebt wird mit einem Epoxy-Kleber, den es von ultraschnell (spielbar innerhalb 5 Minuten) bis gemütlich gibt (Trockung über Nacht). Manche Schlägerköpfe erfordern eine Ferrule (der meist schwarze Plastikring), den vor dem Kleben aufstecken. Hat meist nur eine dekorative Funktion.
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Johnny



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Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 28.01.2009, 15:40 Antworten mit ZitatNach oben

Zitat:
Hat meist nur eine dekorative Funktion.


Frage: Wie kommt ein renommierter Schlägermacher wie Mike Klais, der eher klassische Schlägerköpfe anfertigt, eher der Tradition zugeneigt ist wenn man sich seine Palette so ansieht dazu, "nur" solche hässlichen Gummiringerl drauf zu machen?

Wäre doch superschön, wenn man die alten hohen Ferullen haben könnte? Sind die so schwer zu bekommen?
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Beiträge: 3020

BeitragVerfasst am: 28.01.2009, 16:35 Antworten mit ZitatNach oben

Zitat:
hässlichen Gummiringerl


gemach, gemach wilder Reiter. Das "Gummi" ist schon Plastik und am Ende doch nur eine Geschmacksfrage. Mir persönlich gefallen am besten Golfschläger ganz ohne Ferrule, wie beispielsweise die Grooveless Blades.

Den Ringen ähnliches hat z.B. auch Callaway als Erkennungszeichen. Die langen Ferrulen, am besten noch mit farbigen Ringen oben (wie die alten Ben Hogan oder Wilson) haben schon Charme und Charakter, aber sind erstens heutzutage eine Sonderanfertigung (ist aber kein Problem) und in der Verarbeitung ziemlich aufwändig. Dabei reicht dann nicht eine Sorte, sondern man benötigt am besten für jeden Hoseldurchmesser eine eigene Abmessung, sonst kosten Schleifen und Polieren der Ferrule noch mehr Zeit.

Es liegen seit geraumer Zeit einige Muster hier, auch in Sonderfarben "elfenbein" und "graphitegrau orange beringt". Es fehlt aber wie immer die Zeit, hier mal ein Styling durchzuentwickeln, zumal es auch Kunden gibt, denen klassisch zu altbacken ist.

Heiss finde ich auch Modelle mit Rauten oder Sternchen, wie ab und an von MacGregor vor min. 30 Jahren gemacht.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto berechtigter finde ich Deinen Einwand. Die Ferrule hat durchaus Potential zum Charakterdarsteller. Vielleicht gibt es ja bereits irgendwo auf der Welt ein Ferrulen-Museum. Früher hatten die Handwerker dafür noch Herz und Sinn. Verdammt, Dein Einwand stimmt 100pro. Es wird Zeit, Handwerk und Design wieder bewusst zu verbinden, auch oder gerade bei so einem kleinen, unwichtigen (?) Detail wie der Ferrule.
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LHs



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Beiträge: 129

BeitragVerfasst am: 29.01.2009, 14:05 Antworten mit ZitatNach oben

Mein Beitrag zum Griff:

Griff gibt es in unterschiedlichsten Materialien. Einfach ausprobieren und vorher wissen, was er können muss (nassfest etc.).

Die Griffe gibt es auch in unterschiedlichen Durchmessern/Stärken, aber der endgültige Durchmesser ist vom Schaftdurchmesser und der Bohrung im Griff abhängig. Im Zweifelsfall also erstmal montieren, messen und entscheiden.

Fehlt es an Dicke, kann man mit Klebeband unterlegen (sog. Tapes). Mgl. wenig Lagen sind sinnvoll, sonst kann das Machwerk bei Hitze zum wandern anfangen. Ist es zu dick ... Pech gehabt. Anderen Griff wählen.

Montage selbst erfolgt mit doppelseitigem Klebeband. Manche machen es ohne, ist aber verdrehgefährdet. Klebeband aufbringen, mit einem Verdünner anlösen (damit der Kleber gleitend wird) und Griff draufschieben.

Etwas Pressluft (hinten in den Griff geblasen) erleichtert den Vorgang. Oder man hat spezielle Klebeband/Löser Kombis, die meist ganz toll gleiten (aber teuer sind). Haarspray geht auch als Gleitmittel, ebenso Seifenlauge, das dauert aber ewig zum Trocknen.

Griff immer gleich ausrichten. Meist sind Mittelmarkierung eingeprägt.

Ach ja: vor der Griffmontage noch den Schaft auf die gwünschte Endlänge schneiden Wink
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FW



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BeitragVerfasst am: 30.11.2010, 20:24 Antworten mit ZitatNach oben

Ich würde gern nochmal das Thema Ferrule Design antriggern Smile
Sicherlich finanziell betrachtet ist so ein 50 Cent Stück uninteressant.

Aber wenn ich mir jetzt eine etwas längere Edelholzferrule auf einem schönen Eisen mit Ledergriff vorstelle....Wunderbar.
Oder vieleicht futuristisch eine Quadratferrule oder Büffelhorn Unikate oder gravierte Ferrulen.
Das müsste doch mit einer Fräse und Ideen alles möglich sein und die Individualisierung ist doch ein Magnet für jeden Golfer Smile
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BeitragVerfasst am: 01.12.2010, 10:08 Antworten mit ZitatNach oben

Früher waren die Ferrulen auch kleine Kunstwerke. MacGregor ist mir hier immer positiv aufgefallen.

Ferrulen aus Holz oder Horn sind eine schöne Idee, aber die würden nicht lange am Schläger bleiben. Der Schaft "arbeitet" im Tipbereich recht kräftig und auch ein Schlag gegen die Ferrule (durch den Ball oder einen anderen Schläger) muss berücksichtigt werden. Wobei Horn hier noch haltbarer wäre.

Ich hätte Ferrulen gerne aus Metall (hat es schon gegeben), aber da wird es teuer .... wobei der Preis immer ein blödes Argument ist. Mal sehen.

Ferrulen aus Leder sind noch denkbar, insgesamt gehe ich bei neuen Modellen aber weg von Ferrulen. Die neuen Hosel werden also so geformt, dass eine Ferrule als Abschluß nicht mehr erfoderlich ist. Nur der Schaft und der Schlägerkopf.

Mike

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BeitragVerfasst am: 01.12.2010, 20:04 Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

könnt Ihr mal ein Bild einstellen? Ich habe keine Vorstellung was das ist.

LG Euer Ulf
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Anmeldedatum: 16.01.2009
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BeitragVerfasst am: 01.12.2010, 20:16 Antworten mit ZitatNach oben

Ferrulen sind die meist schwarzen Übergangshülsen zwischen Schaft und Schlägerkopf:

Image

Bei den meisten Schlägern ohne Funktion, bei anderen genau das Gegenteil.

Mike

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