Die Sache mit dem Pull ...

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Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon Moderator » 19.10.2017, 12:50

Kurze Anmerkung vorab: die Beschreibung bezieht sich auf den Rechtshandspieler
Pull = Starrichtung nach links, Push = nach rechts
Slice = Kurve nach rechts, Hook = Kurve nach links


Der Ballstart inkl. Flugrichtung nach links (Pull, teilweise mit Hook) ist weit verbreitet. Der aufmerksame Golfer wird dabei beobachten, dass gerade diese Schläge besonders lang sind ... wären die dann auch noch grade ... wow!

Woher kommt jedoch die Tendenz? Häufigster Grund ist eine zu schnelle Armaktion bezogen auf die Hüftbewegung. Die Arme sind zu schnell, der Körper kommt nicht mit und Golfschläger samt Händen zirkeln um den Rumpf. Da dieser hinterher hinkt bzw. mittig bleibt, rotieren Arme und Schläger nach links weiter ... der Pull. Da viel Wucht im Spiel ist, stimmt auch die Länge ... nur die Richtung nicht.

Erste Aktion: die Hüfte aktivieren. Leichter gesagt als getan, denn meist spielt der Kopf nicht mit (der will zu viel) und der Körper auch nicht (der kann zu wenig, da nicht trainiert). Mit kleinen, sehr genauen Schwüngen geht es los, einige Zeit ist erforderlich. Beim Minimalschwung habe ich einige Übungen demonstriert. Da ist nichts dabei, das nach 3-4x funktioniert, das klappt nur mit Ausdauer.

Eine Nebenrolle für den Längeneffekt spielen auch Slice und Hook. Slice bedeuted meist ein offenes Schlägerblatt, d.h. der Loft wird erhöht ... in Folge reduziert sich der Energietransfer (Smash) und die Flugbahn wird höher, der Roll dagegen kürzer. Beim Hook ist es genau umgekehrt: geschlossenes Schlagblatt, weniger Loft, mehr Smash, niedriger Ball, langer Roll.

Mike
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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon Peter-A » 19.10.2017, 14:27

Ich habe mich jetzt die letzten gut 3 Monate mit dem Pull rumgeärgert... nach dem mein Slice weg war, kam der Pull irgendwie rein. Die Sache der Hüfte habe ich natürlich auch probiert. Wie Du schon schreibst, das ist leichter gesagt als getan. Konsistent habe ich damit gar nichts gerade bekommen, nur meine linke Hüfte hat sich irgendwann gemeldet. Ich habe alles mögliche probiert, was mir als Tip zum Pull über den Weg gelaufen ist, geholfen hatte davon allerdings nichts wirklich. Lediglich bei dem Punkt Setup ist mir was aufgefallen bei mir, was dann zumindest bei mir funktioniert hat. Ich habe beim Setup immer darauf geachtet, dass Schlägerblatt square zur Zielrichtung steht und die Füße auch entsprechend ausgerichtet sind. Was ich aber anscheinend nicht richtig beachtet habe, waren die Schultern! Durch den leichten Tilt nach rechts hatten sich meine Schultern offenbar leicht geöffnet, sprich nach links gedreht. Bei genauerer Betrachtung zeigten sie tatsächlich in die Richtung, wo der Pull hin ging. Ich habe also lediglich beim Setup über meine linke Schulter das Ziel nochmals anvisiert und ggf. die Schulterposition leicht angepasst. Ergebnis sind jetzt tasächlich gerade Schläge. Erklären kann ich mir das zwar noch nicht ganz logisch, da Fußstellung, Hüfte und Schlägerblatt ja nicht verändert wurden, aber das ist mir erstmal egal... Hauptsache der Ball fliegt jetzt dahin, wo er hin soll. Vielleicht hilft das ja auch anderen, die sich mit dem Pull ärgern.

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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon Moderator » 19.10.2017, 14:36

Ja, die Schulterlinie ist im Setup bei den Slicern und Pullern auch meistens offen, danke für den Hinweis.

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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon ulim » 20.10.2017, 01:09

Wahrscheinlich kann man auch einen Pull schlagen wie von Dir beschrieben, aber ich glaube der häufigere Fall ist dann doch das "von außen kommen" als Folge von "löffeln" und "over the top" move.

Ulrich

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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon akay » 20.10.2017, 08:51

ulim hat geschrieben:Wahrscheinlich kann man auch einen Pull schlagen wie von Dir beschrieben, aber ich glaube der häufigere Fall ist dann doch das "von außen kommen" als Folge von "löffeln" und "over the top" move.

Ulrich


Ja das sehe ich ähnlich. Die Puller haben sehr oft den richtigen Schwunggedanken ("von innen will ich kommen"), sind aber immer noch OTT und kommen von außen an den Ball. Insofern ist die Aussage auch richtig, dass der Pull oft der nächste Schwungfehler nach dem slice auf dem Weg zum draw ist.

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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon Moderator » 20.10.2017, 11:06

akay hat geschrieben:
ulim hat geschrieben:Wahrscheinlich kann man auch einen Pull schlagen wie von Dir beschrieben, aber ich glaube der häufigere Fall ist dann doch das "von außen kommen" als Folge von "löffeln" und "over the top" move.

Ulrich


Ja das sehe ich ähnlich. Die Puller haben sehr oft den richtigen Schwunggedanken ("von innen will ich kommen"), sind aber immer noch OTT und kommen von außen an den Ball. Insofern ist die Aussage auch richtig, dass der Pull oft der nächste Schwungfehler nach dem slice auf dem Weg zum draw ist.


Das eine schliesst das andere nicht aus. Die schnellen Armen werfen den Schläger nach aussen, der inaktive Körper erledigt den Rest.

Wer den Pull vermeiden und den Slice besiegen möchte, muss "unten" schneller werden.

Mike
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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon ThinK » 20.10.2017, 16:06

Moderator hat geschrieben:
akay hat geschrieben:
ulim hat geschrieben:Wahrscheinlich kann man auch einen Pull schlagen wie von Dir beschrieben, aber ich glaube der häufigere Fall ist dann doch das "von außen kommen" als Folge von "löffeln" und "over the top" move.

Ulrich


Ja das sehe ich ähnlich. Die Puller haben sehr oft den richtigen Schwunggedanken ("von innen will ich kommen"), sind aber immer noch OTT und kommen von außen an den Ball. Insofern ist die Aussage auch richtig, dass der Pull oft der nächste Schwungfehler nach dem slice auf dem Weg zum draw ist.


Das eine schliesst das andere nicht aus. Die schnellen Armen werfen den Schläger nach aussen, der inaktive Körper erledigt den Rest.

Wer den Pull vermeiden und den Slice besiegen möchte, muss "unten" schneller werden.

Mike


Nein das glaube ich nicht. Der Schläger kann auch nur durch die Arme steil werden. Je nachdem wie der Spieler die Arme bewegt, hat das dann insofern überhaupt nichts mit dem Rumpf zu tun. Ich glaube es gibt viele Wege um den Schläger auf die richtige Ebene zurück zu bringen und für jeden ist wohl ein anderer leichter.

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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon akay » 21.10.2017, 10:57

Moderator hat geschrieben:
akay hat geschrieben:
ulim hat geschrieben:Wahrscheinlich kann man auch einen Pull schlagen wie von Dir beschrieben, aber ich glaube der häufigere Fall ist dann doch das "von außen kommen" als Folge von "löffeln" und "over the top" move.

Ulrich


Ja das sehe ich ähnlich. Die Puller haben sehr oft den richtigen Schwunggedanken ("von innen will ich kommen"), sind aber immer noch OTT und kommen von außen an den Ball. Insofern ist die Aussage auch richtig, dass der Pull oft der nächste Schwungfehler nach dem slice auf dem Weg zum draw ist.


Das eine schliesst das andere nicht aus. Die schnellen Armen werfen den Schläger nach aussen, der inaktive Körper erledigt den Rest.

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Mike


Die (zu) schnelle und nicht korrekt drehende Hüfte kann genauso ein OTT bzw. von außen kommende Schwungbahn verursachen. Konnte ich diese Saison bei mir selbst schön beobachten, Stichwort "early extension" (dazu gibts jede Menge Videos in youtoube). Ergebnis war dass meine Hände beim Impact weit vor der Aufschwungebene waren und das sichtbare Resultat auf dem Platz jede Menge Sockettreffer (Eisen) bzw. slices mit den Hölzern.

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Swing Searcher
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Re: Die Sache mit dem Pull ...

Beitragvon Swing Searcher » 21.10.2017, 11:56

Es ist, wie so oft, nicht nur eine Ursache möglich, sondern einige Faktoren können ein Pull verursachen. Ich unterscheide gerne vereinfacht gesagt zwei Ursachen:
1. Reaktion auf die Schlagfläche bzw. Flugbahn des Balles
2. Falsche Koordination der Bewegung, also ein Schwungsequenz Problem
Wer also ein offene Schlagfläche hat und einen Slice nach rechts erzeugt, der wird vermutlich recht schnell eine Lösung im OTT bzw. Schwungbahn nach links finden, da der Ball so wenigstens auf der Bahn bleibt. Nicht selten schliesst sich auch die Schlagfläche etwas bei dieser Lösung, da die rechte Körperseite meist aktiver wird.
Lernt der Spieler dann die Schlagfläche gerade zur Schwungbahn zu stellen, dann hat man als Folge einen Pull und muss die nach links verkantete Schwungbahn wieder gerade stellen. Dabei kann ein seitlicher Hüftschub in Richtung Ziel notwendig und hilfreich sein, damit die Arme Platz haben, innen abzuschwingen.
Ich halte es für grundsätzlich schwierig, in der Transition von Auf- zu Abschwung die Hüfte früh bzw. schnell zu drehen. Genauso kann eine schnelle, frühe Schultergürtel Drehung fatal sein und einen OTT Move erzeugen. OTT heisst hier, dass der Schlägerkopf nach vorne in Richtung Ball/Ziellinie geworfen wird und damit ein Eintreffen von aussen auf den Ball die Folge ist (meist ein Pull nach links Start). Sollte der Spieler im Rückschwung sein Gewicht auf die rechte Seite verlagert haben (eigentlich nicht notwendig), dann sollte zuerst diese Verlagerung reduziert oder aber dynamisch im Schwung wieder nach links (auf den linken Fuss) verlagert werden und dabei die Arme abgeschwungen werden. Nicht vergessen sollte man eine starke Hüftdrehung im Rückschwung, wobei sich die rechte Seite des Beckens sehr stark nach hinten drehen sollte. Dies schafft Raum für den Abschwung der Arme und hilft in der Sequenz des Ablaufes auch gegen zu frühes Drehen der Hüfte in der Transition.
Hope that helps!

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