Zu viel Kraft - typisch Mann oder was?

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Zu viel Kraft - typisch Mann oder was?

Beitragvon Slowhand » 04.05.2011, 14:02

Ich war heute kurz auf dem Platz, um das neue Trainings-Set von Mike (Handschuh mit Rippe und Handgelenk-Stütze) auszutesten.

Dabei ist mir mal wieder bewusst geworden, dass ich fast immer versuche, mit zu viel Kraft zu spielen.

Habt ihr hier einen Tipp, wie man das möglichst dauerhaft vermeiden kann?

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Beitragvon Moderator » 04.05.2011, 15:55

Die Kraft rauszunehmen, ist dauerhaft der falsche Weg. Man muss sie jedoch richtig einsetzen, was von Dan Shauger bis Thomas Zacharias versucht wird, auf einfache Art zu vermitteln.

Mit dem Rippen-Handschuh und der Manschette bringt man den Schläger schon mal in eine Stellung, die einen powervollen Schwung ermöglicht. Was noch fehlt, ist der richtige Aufschwung und der Startimpuls ... der Abschwung und das Finish ist immer nur die Quittung für diese Vorarbeit.

Mike
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Beitragvon Slowhand » 04.05.2011, 17:14

Zum Thema kraftvoll vs. lasch:
Ich denke wir diskutieren hier am Thema vorbei, denn es ist allgemein bekannt, dass die guten Touspieler nur mit deutlich reduziertem Kraftaufwand gegenüber einem Amateuer spielen und dank der besseren Technik damit auch noch weiter schlagen.

Mir selbst passiert es auch ab und an, dass ich mich vorab darauf konzentriere, locker und nicht "kraftvoll verkrampft" zu schlagen und damit sogar butterweich durch den Ball und sehr viel weiter komme.
Es geht also - nur eben nicht konstant.

Ich suche nach einem passenden "Rezept", wie ich diese "zu kraftvollen und damit verkrampften" Schläge dauerhaft vermeiden kann.
Evtl. aber hat dies auch mit Geschlecht und Charakter zu tun ... :twisted:

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Beitragvon Moderator » 04.05.2011, 20:30

die guten Touspieler nur mit deutlich reduziertem Kraftaufwand gegenüber einem Amateuer spielen


Im wirklich guten Buch "Golftechnik" von Letzelter sind Unmengen an Messungen und Vergleiche, auch Amateur vs. Pro betreffend. Der oft zitierte geringe Krafteinsatz der Pros wird hier nicht bestätigt. Ist auch meine Erfahrung. Der Schwung der Topspieler sieht nicht so mühelos aus, weil sie keine Kraft einsetzen, sondern weil sie ihre Kraft gezielt und in der richtigen Reihenfolge einsetzen.

Was ich bei meinen Flightpartnern oft feststelle, ist, dass die notwendigen "Golfermuskeln" untertrainiert sind und die Bewegung durch besser ausgeprägte Muskelpartien dominiert wird.

Einschränken möchte ich das ganze aber durch die anvisierte Schlagweite. Eisen 34° (E7) carry mit 120 m (Herren), was guter Durchschnitt ist, erfordert tatsächlich keine speziell trainierten Muskeln ... bei Carryweiten ab 170 m bei Loft 34° muss dagegen ganz schön Power da sein.

Mike
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Beitragvon Slowhand » 04.05.2011, 22:05

Mike,

wie ich schon geschrieben habe, konnte ich das "Phänomen" Krafteinsatz am eigenen Körper erleben und erfühlen.
Es gab, wenn auch bis jetzt nur ganz wenige, bei mir so richtig gute Schläge (sowohl Driver als auch Eisen), wo einfach alles gepasst hat und der Schläger butterweich und mühelos durch den Ball gegangen und die Kuller wie auf einer Schnur nach vorn gebracht hat.
Mag sein, dass ich mir da den für mich geringeren Kraftaufwand nur eingebildet habe, weil es sich einfach besser anfühlte.
:lol:

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Beitragvon WS » 02.06.2011, 23:20

Hallo Mike,

Was ich bei meinen Flightpartnern oft feststelle, ist, dass die notwendigen "Golfermuskeln" untertrainiert sind und die Bewegung durch besser ausgeprägte Muskelpartien dominiert wird.


Mich würde interessieren, was die notwendigen Golfermuskeln sind und wie man sie sinnvoll trainieren kann?

Gruß
wolfgang

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Beitragvon Slowhand » 02.06.2011, 23:41

Es sind die großen Muskeln => Rumpfmuskulatur...

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Beitragvon Moderator » 03.06.2011, 08:27

Slowhand hat geschrieben:Es sind die großen Muskeln => Rumpfmuskulatur...


So reduziert würde ich es nicht sehen, auch wenn so oft von den Rumpfmuskeln die Rede ist. Lars Riedel als Diskuswerfer hat sicher gewaltig mehr Rumpfrotationspower als ich und kommt trotzdem nicht an meine Schlagweiten hin. Für mich ist das stabile Schultergelenk des Vorderarmes wichtig und der Unterarm der Hinterhand. Bei falscher Technik und/oder mangelnder Stabilität (= Kraft) verschiebt sich der fixe Hebelpunkt (durchs Wuchten etc.), was massiv Schlagweite und Genauigkeit raubt.

Es wird sicher abgestimmte Übungen für jede Muskelpartie geben, aber ich halte schaftschwere Trainingsschläger nach wie vor für das beste und angenehmste Training. Man spielt damit ganz normal und trainiert mit jedem Schlag.

Mike
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Beitragvon HK » 03.06.2011, 11:47

Slowhand hat geschrieben:Mike,

wie ich schon geschrieben habe, konnte ich das "Phänomen" Krafteinsatz am eigenen Körper erleben und erfühlen.
...
Mag sein, dass ich mir da den für mich geringeren Kraftaufwand nur eingebildet habe, weil es sich einfach besser anfühlte.
:lol:


hi slowhand,

ich weiss genau, was du meinst, geht mir oft genauso. Dieses Jahr spiele ich nicht so oft, daher habe ich mir einfach mal bogey-golf vorgenommen und mich vorher um den Schwung hinsichtlich Shauger/Zacharias gekümmert - mit erstaunlichem Erfolg.
Ich habe dabei fast ausschliesslich auf das timing geachtet in Verbindung mit dem Strecken des Handgelenks als Schlag zum Ball. Und weil ich dabei überhaupt nicht auf Weite aus bin, geht es erstaunlich gut und präzise (gestern 31 Punkte auf 13 Löchern, ich war zufrieden). Selbst der driver klappt unter diesen Bedingungen.
Ich lass es aber mal offen, wie es unter Turnierbedingungen funzt :-)
Mir ist klar, dass ich das beibehalten muss und damit wieder auf deine Frage, wie hält man das durch. Da wären wir dann wohl wieder im anderen thread, alles passiert zwischen den Ohren.
Versuch mal, die vorher die Anzahl der Schläge zu überlegen, um für dich bogey=par zu spielen, das hilft zumindest in einer freien Runde.

Schönes Spiel

Holger

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Beitragvon Slowhand » 03.06.2011, 12:10

Versuch mal, die vorher die Anzahl der Schläge zu überlegen, um für dich bogey=par zu spielen, das hilft zumindest in einer freien Runde.


Wie schon in einem anderen Thread geschrieben, hatte ich letzte Woche meine erste 9-Runde im 3er Flight ohne vorgabewirksame Zählung.
Ehrlich gesagt, habe ich mich letztendlich nur auf JEDEN EINZELNEN Schlag KONZENTRIERT, ohne dabei das Endergebnis im Kopf zu haben.

Meine Motivation: Spiele ich jeden einzelnen Ball "optimal" bezogen auf Lage, Wind&Wetter und meine Verfassung, dann kommt doch automatisch das "beste" Ergebnis heraus oder täusche ich mich da?

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Beitragvon HK » 03.06.2011, 12:34

Slowhand hat geschrieben:
Versuch mal, die vorher die Anzahl der Schläge zu überlegen, um für dich bogey=par zu spielen, das hilft zumindest in einer freien Runde.


Meine Motivation: Spiele ich jeden einzelnen Ball "optimal" bezogen auf Lage, Wind&Wetter und meine Verfassung, dann kommt doch automatisch das "beste" Ergebnis heraus oder täusche ich mich da?


Ich bin sicher, dass du dann das für dich beste Ergebnis erzielen wirst, was auch immer das ist, netto.

Ich glaube aber einfach, dass wir Männer zu viel ergebnisorientiert spielen, zu sportlich ehrgeizig sind, zumindest was meine Person betrifft. Da Golf eine so komplexe Schwungbewegung hat, ist das oft kontraproduktiv.

Ich schreib hier mal ein Beispiel, das könnte für viele diese Thematik greifbar mach: ich habe vor vielen Jahren als Suflehrer gearbeitet und hatte einen Tennispro in den Schulung. Der war total kopfgesteuert, setzte jeden Satz wörtlich um, er versuchte es zumindest, und das hat ihn immer wieder daran gehindert, loszufahren, weil er vorher ins Wasser gefallen war. Da hatte ich für ihn eine Idee: hol das Segel hoch und versuch einfach nur, einen Meter hinter meinem Heck zu bleiben. Er hat das Wackeln und alle Schritte bis dahin "vergessen" und siehe da, er fuhr! Ein totales Erfolgserlebnis in seiner Situation.
Konzentrier dich also auf deinen Schwung, aber vergiss das Ziel, also die Anzahl der Schläge, versuch einen "schönen" Schwung zu machen, aber keinen langen. Freu dich am Golferlebnis, an den netten flightpartnern und der Natur, dann sollte automatisch der Ball fliegen.

...und schreib mir, ob es geklappt hat, dann schreib ich ein Psychogolfbuch :-) :D

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Beitragvon henry » 04.06.2011, 19:22

Slowhand hat geschrieben:Zum Thema kraftvoll vs. lasch:
Ich denke wir diskutieren hier am Thema vorbei, denn es ist allgemein bekannt, dass die guten Touspieler nur mit deutlich reduziertem Kraftaufwand gegenüber einem Amateuer spielen und dank der besseren Technik damit auch noch weiter schlagen.


Wenn Drivelängen nur von der Technik abhängen würden, wären Frauen gleich lang wie Männer.

Und ich wette sogar, dass ich 90% aller Profi-Golferinnen beim Longest-Drive besiegen würde. So viel Technik gibt es gar nicht, dass die Schnellkraft der Männermuskeln unwichtig wird.

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Beitragvon Slowhand » 04.06.2011, 22:31

So viel Technik gibt es gar nicht, dass die Schnellkraft der Männermuskeln unwichtig wird.


Das hat auch keiner behauptet! 8)

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henry
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Beitragvon henry » 05.06.2011, 21:36

Dann habe ich diese Aussage
Slowhand hat geschrieben:... , dass die guten Touspieler nur mit deutlich reduziertem Kraftaufwand gegenüber einem Amateuer spielen und dank der besseren Technik damit auch noch weiter schlagen.
aber sehr falsch verstanden :roll:

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Beitragvon Slowhand » 05.06.2011, 22:03

Es geht generell um Technik und Kraft.

Du hast eine zusätzliche "Variable" ins Spiel gebracht - das Geschlecht...

:lol:

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Schnellkrafttechnik

Beitragvon HGE » 06.06.2011, 15:38

Als ehemaliger Leistungssportler, Physio und Golfanfänger mit viel Golf-Video-Studium :wink: , ist für mich die Schnellkraft im Ellenbogen und damit die SKG ausschlaggebend.
Als Schwungübung habe ich den Schwung in Phasen zerlegt. Und siehe da, ein lockeres, schnelles Pendeln aus dem Handgelenk erzeugt alleine schon eine ganze gute Weite. Und der Ball geht geradeaus.
Es ist also die Kraft, die man in Technik umsetzen kann.

Harald

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Beitragvon Moderator » 06.06.2011, 16:48

ein lockeres, schnelles Pendeln aus dem Handgelenk


Allein damit kann man 80-90% der möglichen Schlagweite erreichen.

Zum Thema Kraft bzw. Krafteinsatz: wenn ich auf volle Schlagweite gehe, kommen die ersten Fehlschläge, sobald die Kondition nachlässt oder ich ein paar weite Drives hintereinander probiere. Ich bin konditionell ziemlich gut aufgestellt und Schnellkraft war schon immer meine Stärke (sehr guter Sprinter), insofern spüre ich gut, wenn hier ein Defizit aufkommt. Gerade der scheinbar ruhig ausgeführte Drive aus einer soliden Basis und das ganze noch im Rhythmus koordiniert, erfordert ziemlich viel Power.

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Slowhand
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Beitragvon Slowhand » 06.06.2011, 18:35

Es ist also die Kraft, die man in Technik umsetzen kann.


Bzw. mit der richtigen Technik eine reduzierte Kraft bei gleichem Ergebnis - das war der Kernpunkt meiner Diskussion.

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HGE
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Beitragvon HGE » 06.06.2011, 18:40

Das meinte ich.

Nur soviel Kraft, wie meine Technik verkraftet. Wenn ich zuviel Kraft einzusetzen versuche, wird der Schlag Murks.

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Esteban Moreno
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Beitragvon Esteban Moreno » 06.06.2011, 20:01

Slowhand hat geschrieben:[...] das war der Kernpunkt meiner Diskussion.


Hallo Langsame Hand,
'meine Diskussion' ist ebenso unsinnig wie z.B. 'unser Monolog'.
Ich vermute, Du wolltest sagen 'meiner Meinung'.

MfG
EM

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